
Vielleicht überrascht es dich, dass CBD zur Raucherentwöhnung erforscht wird. Anlässlich des Weltnichtrauchertags bringen wir einen Beitrag, in dem wir uns ausführlich mit diesem Thema befassen.
Die Tabakabhängigkeit ist ein weltweites Gesundheitsproblem, das zahlreiche Krankheiten verursacht und jedes Jahr für Millionen von Todesfällen verantwortlich ist. Trotz der Bemühungen, wirksame Methoden zur Überwindung dieser Sucht zu finden, sind die Erfolgsquoten nach wie vor gering. In diesem Zusammenhang wächst das Interesse an der Verwendung von Cannabidiol (CBD), einer in der Cannabispflanze enthaltenen Substanz mit therapeutischem Potenzial, die ein mögliches Instrument zur Unterstützung der Raucherentwöhnung sein könnte.
Schauen wir uns an, was derzeit zu diesem Thema bekannt ist und ob es stimmt, dass CBD ein vielversprechender Verbündeter für ein tabakfreies Leben sein kann.
Was ist CBD und wie kann es helfen, die Tabaksucht zu überwinden?
CBD: Mit einem Inhaltsstoff von Cannabis dem Tabak Lebewohl sagen?
CBD oder Cannabidiol ist ein nicht abhängig machender Inhaltsstoff von Cannabis, der in den letzten Jahren aufgrund seiner potenziellen therapeutischen Eigenschaften und seiner geringen Toxizität im Vergleich zu anderen Cannabinoiden wie Tetrahydrocannabinol (THC), das für die psychoaktive Wirkung von Cannabis verantwortlich ist, an Popularität gewonnen hat.
Mehrere Studien haben die Rolle von CBD bei der Behandlung verschiedener Süchte untersucht, einschließlich der Tabakabhängigkeit. Zu den untersuchten potenziellen Vorteilen gehört, dass CBD helfen könnte, das Verlangen zu rauchen zu verringern und Entzugssymptome zu lindern.
Wichtig ist: Die Tabakabhängigkeit erfordert einen ganzheitlichen Behandlungsansatz. Lass dich beim Rauchstopp von Fachleuten beraten.

Wie groß ist das Problem des Rauchens in Spanien?
Rauchen ist weltweit ein Problem der öffentlichen Gesundheit. Es steht in engem Zusammenhang mit vielen schweren Krankheiten wie Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronischen Atemwegserkrankungen. Die Tabakabhängigkeit ist weltweit die häufigste vermeidbare Ursache von Tod und Behinderung.
Laut den Daten des Nationalen Drogenplans (Plan Nacional sobre Drogas) (1) rauchen 33 % der Bürgerinnen und Bürger zwischen 15 und 64 Jahren täglich Tabak. Rauchen ist die häufigste vermeidbare Ursache für Tod und Krankheit. In Spanien hat das Rauchen verheerende Folgen und verursacht jährlich zwischen 50.000 und 60.000 Todesfälle (2). Das ist, als würde jedes Jahr die gesamte Bevölkerung einer Stadt von der Größe Málagas, Palma de Mallorcas oder Murcias verschwinden.
Wie wirkt CBD bei der Raucherentwöhnung?
CBD hat pharmakologische Eigenschaften, die es zu einem guten Kandidaten für ein Medikament zur Behandlung von Suchterkrankungen machen:
Verringerung von Angstsymptomen
CBD moduliert die Aktivität der Cannabinoidrezeptoren und hat nachweislich angstlösende und stressmindernde Eigenschaften, was dazu beitragen kann, beim Rauchstopp die unangenehmen Angst- und Stresssymptome zu verringern (3).
Vermindertes Verlangen nach Nikotin
CBD interagiert mit den Belohnungsschaltkreisen des Gehirns und trägt dazu bei, die angenehme Wirkung von Drogen zu verringern und die Motivation, sie zu konsumieren, zu senken, was das Verlangen nach dem Rauchen verringern kann (4).
Einige Komponenten des Endocannabinoid-Systems wie das Enzym FAAH (Fettsäureamid-Hydrolase) spielen eine wichtige Rolle bei der verstärkenden und angenehmen Wirkung von Nikotin (5).
Aufbrechen der mit dem Konsum verknüpften Assoziationen
CBD wirkt auf Hirnregionen, die mit Gedächtnis und Lernen zu tun haben, was dazu beitragen kann, die Assoziationen zwischen dem Tabak und den Reizen, die das Verlangen zu rauchen auslösen, zu durchbrechen (6).
Entzündungshemmende und neuroprotektive Eigenschaften
CBD hat entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften, was dazu beitragen kann, die Neuroinflammation und die neuronalen Schäden zu verringern, die mit einer Substanzabhängigkeit einhergehen, auch mit der Abhängigkeit von Tabak (7).
Wissenschaftliche Studien über CBD zur Raucherentwöhnung
Es gibt immer mehr Studien, die darauf hindeuten, dass CBD bei der Behandlung von Nikotinsucht von Nutzen sein könnte.
In Studien der Grundlagenforschung wurde gezeigt, dass Cannabidiol und einer seiner Metaboliten (7-OH-CBD) mit den Mechanismen interagieren, mit denen der Körper Nikotin abbaut (8). Außerdem wurde beobachtet, dass CBD gezielt die Wirkung des Enzyms FAAH hemmt, was die Aktivierung der Hirnschaltkreise des Belohnungsmechanismus, auf die Nikotin wirkt, verringern könnte (9). In Tiermodellen, die üblicherweise zur Untersuchung der Nikotinabhängigkeit verwendet werden, hat sich CBD beim akuten Entzugssyndrom als wirksam erwiesen (9, 10).
Raucherentwöhnung mit CBD: Studien am Menschen
In einer kleinen Studie (11) untersuchten die Forschenden, ob Cannabidiol Rauchern helfen könnte, die mit dem Rauchen aufhören wollten. Sie teilten 24 Raucher in zwei Gruppen auf: Die eine erhielt einen Inhalator mit CBD, die andere einen Inhalator mit einem Placebo (einer inaktiven Substanz). Die Teilnehmenden sollten den Inhalator eine Woche lang immer dann benutzen, wenn sie das Verlangen zu rauchen verspürten.
Die Ergebnisse zeigten, dass die Raucher, die den Placebo-Inhalator benutzten, die Zahl der gerauchten Zigaretten in der Behandlungswoche nicht verringerten. Die Gruppe, die den CBD-Vape benutzte, senkte ihren Zigarettenkonsum während des Behandlungszeitraums dagegen signifikant, um etwa 40 %. Die positiven Wirkungen von CBD schienen auch nach dem Ende der Behandlung anzuhalten.
In einer weiteren Studie, in der CBD mit einem Placebo verglichen wurde (12), zeigten die Ergebnisse, dass Raucher, die über Nacht nicht geraucht hatten, ihre Aufmerksamkeit stärker auf Dinge richteten, die mit dem Rauchen zu tun hatten, und ein stärkeres Verlangen zu rauchen verspürten. Wenn sie jedoch CBD einnahmen, wurde ihre Aufmerksamkeit von rauchbezogenen Reizen abgelenkt und das Verlangen zu rauchen nahm ab. CBD sorgte außerdem dafür, dass sie Bilder, die mit dem Rauchen zu tun hatten, als weniger angenehm empfanden. Darüber hinaus senkte CBD den Blutdruck.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass CBD für Raucher, die mit dem Rauchen aufhören wollen, potenziell hilfreich sein könnte, indem es ihre Aufmerksamkeit für rauchbezogene Reize verringert und das Erlebnis weniger angenehm macht.
Wie man CBD zur Raucherentwöhnung einsetzt
CBD gibt es in CBD-Blüten, CBD-Öl, CBD-E-Liquids und CBD-Vapes. Je nach Land ist es auch in Kapseln und essbaren Produkten wie Fruchtgummis erhältlich. Wie diese Produkte reguliert sind, hängt vom Land ab: Informiere dich.
In den Studien wurde CBD oral oder vaporisiert verabreicht. Auch wenn das Potenzial von Cannabidiol zur Behandlung von Süchten nachgewiesen wurde und es erste Belege für seine Wirksamkeit bei der Raucherentwöhnung gibt, ist CBD derzeit kein zugelassenes Medikament zur Behandlung der Tabakabhängigkeit. Daher lässt sich keine Methode nennen, die besser funktioniert als eine andere.
CBD-Dosierung
CBD zur Raucherentwöhnung befindet sich noch in der Forschungsphase, und es lässt sich keine Standarddosis ableiten, die bei allen wirkt. In der Studie mit CBD-Inhalationen (11) wurde ein Vape-Liquid mit einer CBD-Konzentration von 5 % verwendet. In den meisten Studien, die das Potenzial von CBD als Medikament zur Suchtbehandlung untersucht haben, wurden Dosen zwischen 300 und 600 mg CBD pro Tag verwendet.
Können Vaporizer bei der Raucherentwöhnung helfen?
Seit zwei Jahren ist eine Art „Hexenjagd“ auf E-Zigaretten und Vaporizer entbrannt. Die offizielle Argumentation vertritt Behauptungen, die sich mit rationalem Denken kaum vereinbaren lassen, etwa dass Rauchen und Dampfen „dasselbe“ seien.
Die Realität ist jedoch vielschichtiger. Eine der renommiertesten und strengsten Quellen für die Analyse wissenschaftlicher Studien in der Medizin, die Cochrane Collaboration, hält die E-Zigarette für mindestens ebenso wirksam wie die Nikotinersatztherapie (14). Als Strategie zur Risikominderung ist die E-Zigarette Teil der Public-Health-Strategien gegen das Rauchen, die die Gesundheitsministerien von Ländern wie Kanada (15), Neuseeland (16) oder dem Vereinigten Königreich (17) anerkennen.

Vorteile der Raucherentwöhnung
Was sind die Vorteile der Raucherentwöhnung?
Für die Gesundheit ist der Rauchstopp die wichtigste Entscheidung, die ein Mensch zu jedem Zeitpunkt seines Lebens treffen kann. Alter und körperliche Verfassung spielen keine Rolle. Die Vorteile des Aufhörens zeigen sich schon kurz nach dem Verzicht auf die Zigarette (18):
- Nach 20 Minuten: Blutdruck und Herzfrequenz beginnen zu sinken.
- Nach 8 Stunden: Der Kohlenmonoxidgehalt im Blut sinkt und der Sauerstoffgehalt normalisiert sich.
- Nach 48 Stunden: Das Nikotin ist aus dem Körper ausgeschieden, und Geschmacks- und Geruchssinn beginnen sich zu verbessern.
- Nach 72 Stunden: Die Lungenkapazität nimmt zu und die Atmung wird leichter.
- Nach 2 bis 3 Monaten: Die Durchblutung verbessert sich, Müdigkeit und Kurzatmigkeit nehmen ab.
- Nach 1 Jahr: Das Risiko einer Herzerkrankung halbiert sich im Vergleich zu einem Raucher.
- Nach 5 Jahren: Das Risiko für Mund-, Rachen-, Speiseröhren- und Blasenkrebs wird halbiert.
- Nach 10 Jahren: Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, halbiert sich im Vergleich zu einem Raucher, und das Risiko eines Schlaganfalls sinkt.
- Nach 15 Jahren: Das Risiko einer Herzerkrankung ist das gleiche wie bei einer Person, die nie geraucht hat.
Derzeit zugelassene Behandlungsmethoden für die Tabakabhängigkeit
Die Tabakabhängigkeit verstehen
Tabak macht vor allem wegen der Wirkung von Nikotin auf das Gehirn süchtig. Nikotin aktiviert nikotinische Acetylcholinrezeptoren, die sich in den Belohnungsbereichen des Gehirns befinden, was zur Freisetzung von Neurotransmittern führt, die mit Vergnügen verbunden sind, wie z. B. Dopamin.
Die Tabakabhängigkeit entsteht, weil das Gehirn immer weniger empfindlich auf Nikotin reagiert und eine größere Menge davon braucht, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Infolgedessen neigen Raucher dazu, die Menge an Tabak zu erhöhen, um die angenehme Wirkung zu erzielen (19).
Auch wenn die Tabakabhängigkeit bisher hauptsächlich dem Nikotin zugeschrieben wurde, deuten immer mehr Belege darauf hin, dass die Gewohnheit des Rauchens in Verhaltensweisen verwurzelt ist, die im Laufe der Zeit erlernt wurden. Das lässt erkennen, dass es nicht ausreicht, das Rauchen als eine durch Nikotin verursachte organische Erkrankung des Gehirns zu betrachten. Die Nikotinsucht muss ganzheitlich angegangen werden, unter Berücksichtigung biologischer, psychologischer und sozialer Aspekte. Deshalb wird empfohlen, sich an eine auf die Behandlung von Suchterkrankungen spezialisierte Fachkraft zu wenden.
Welche Medikamente sind derzeit für die Raucherentwöhnung zugelassen?
Im Jahr 2023 gibt es in Spanien folgende Möglichkeiten:
- Nikotinersatztherapie: in Form von Kaugummi, Lutschtabletten, Pflastern oder Sprays (20)
- Bupropion (Zyntabac, Elontril): Ein Amphetaminderivat mit antidepressiven Eigenschaften und einem stimulierenden Profil (21).
- Cytisin (Todacitan): Ein Alkaloid, das aus Bäumen der Gattung *Laburnum *gewonnen wird und im Februar 2023 zugelassen wurde. Die Belege für seine Wirksamkeit sind von „mäßiger Qualität“ (22).
- Vareniclin (Champix): Der Hersteller beschloss im September 2021, die Produktion endgültig einzustellen, weil im Herstellungsprozess krebserregende Stoffe (Nitrosamine) gefunden worden waren. Kurioserweise sollte der Hersteller zwei Monate später die Exklusivrechte an diesem Medikament verlieren. Fachleute meinten, „ein Grillsteak enthält so viele Nitrosamine wie 3.000 Champix-Tabletten“.
Wie wirksam sind die derzeitigen Behandlungen zur Raucherentwöhnung?
Oft heißt es, diese Medikamente „verdoppeln oder verdreifachen die Erfolgschancen eines Rauchstopp-Versuchs“ (20, 21, 22). Diese Aussage stimmt, aber man muss hinzufügen:
- Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Placebo mit dem Rauchen aufzuhören, liegt bei 8–10 %. Eine Verdopplung oder Verdreifachung dieser Wirkung bedeutet also eine tatsächliche Wirksamkeit von 16–30 % (20, 22).
- Die meisten verfügbaren Studien sind darauf ausgelegt, die Wirksamkeit über einen Zeitraum von 6 Monaten zu messen. Das heißt, sie betrachten Menschen nach 6 Monaten Abstinenz als „rauchfrei“. Wird die Wirksamkeit jedoch über längere Zeiträume (5 bis 10 Jahre) bewertet, sind die Ergebnisse deutlich schlechter (23).
Kurz gesagt: Das Rauchen ist ein großes Problem der öffentlichen Gesundheit, für das es nur wenige und wenig wirksame Behandlungsmöglichkeiten gibt. Deshalb ist es unerlässlich, Alternativen wie CBD zu erforschen, die seine Folgen lindern können.
Was CBD zur Raucherentwöhnung betrifft, sind größere Studien mit längerer Nachbeobachtung nötig, um das Potenzial dieser Substanz bei der Behandlung der Tabakabhängigkeit vollständig zu bewerten. Sprich mit deinem Arzt, bevor du CBD verwendest.
Quellen
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